Bücher · Neuerscheinungen

Eric Lindstrom – Wie ich dich sehe

Cover»Ich bin wie du mit geschlossenen Augen, nur schlauer!« Das ist Parkers Credo, und sie hat strenge Regeln aufgestellt, wie sie behandelt werden will. Seit der Trennung von ihrem Freund Scott und dem Tod ihres Vaters verlässt sie sich nur noch auf sich selbst. Für jeden Tag, an dem sie nicht heult, gibt sie sich einen Goldstern. Sie trainiert fürs Laufteam – okay, sie ist blind, aber ihre Beine funktionieren ja. Und sonst hält sie sich die meisten Leute mit Ruppigkeit vom Hals. Bis Scott ihrer Liebe doch noch eine Chance geben will …

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

– Antoine de Saint-Exupéry

Ich finde dieses Zitat passt sehr gut zu diesem Buch. Denn auch Parker lernt im Laufe der Geschichte das ihr zwar vieles entgeht durch ihre Blindheit, Sie andererseits trotzdem auf eine Seite so ist wie ihre Freunde die ihr Augenlicht noch nutzen können. Vorab ich versuche nicht zu viel von dem Buch zu verraten, weil die Entwicklung von Parker an einige Ereignisse geknüpft ist und wir sie ein Stück auf dem Weg zu sich selbst begleiten dürfen.

Anfangs hält sich Parker stur an die von ihr aufgestellten Regeln und wer sich nicht daran hält, auf den kann Sie verzichten und das würde sie der Person knallhart ins Gesicht sagen. Denn seit Sie nicht mehr sehen kann, spricht Parker das aus was Sie denkt, egal wie brutal das für die Person gegenüber ist.

Doch der tragischer Verlust ihres Vaters hat eine Kette von Ereignissen in Gang gebracht, auch wenn Sie für manches nicht bereit ist, die Wahrheit so brutal Sie auch sein mag, holt auch Parker ein. Neue Menschen, neue Orte, neue Erkenntnisse, alte Fehler, in der Dunkelheit bist du allein mit dir und deinem Geist. Die kleinen Nuancen die Menschen mit Augenlicht unterbewusst wahrnehmen, diese fehlen dir. Und jede Kleinigkeit zu erzählen würde manchen gesten mehr Bedeutung verleihen als Tatsächlich dahinter steckt. Also wie lernst du? Durch Erfahrung.

Ausprobieren, Fehler machen über sich hinauswachsen, oder einfach mal loslassen. Dafür brauchst du Freunde dehnen du vertrauen kannst und Parker hat gelernt das vertrauen ein sehr zerbrechliches Geschenk ist. Egal ob du es verschenkst und selbst geschenkt bekommst. Es liegt immer auch in der Hand der anderen Person was sich daraus entwickelt.

Dem Autor Eric Lindstrom ist es gelungen einen wundervollen ruhigen Roman zu schreiben, der sehr starke und doch unterschiedliche Charaktere vereint. Die Geschichte um Parker regt zum Nachdenken an, schenkt aber auch Hoffnung, denn selbst in der tiefsten Dunkelheit ist irgendwo ein Funken Hoffnung versteckt. Es ist einfach unsere Aufgabe diesen zu finden.

Bewertung: 
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